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Crowdfunding - "The Power of the Crowd"

Top-Experte Daniel Horak sprach in dieser Open Lecture über „The Power of the Crowd” und somit über die Macht der kleinen Investoren bei großen Projekten. Eingeladen hatte der Fachbereich Finance.

Open Lecture, 26.11.2015

Daniel Horak, Gründer und Managing Partner der Crowdfunding Plattform CONDA

„Crowdfunding und -investing hat enorm positives Veränderungspotenzial auf die gesamte Finanzierungslandschaft“, eröffnete Daniel Horak, selbst erfolgreicher Unternehmer im Bereich Crowdfunding, die Reise in die Welt der alternativen Finanzierungs- und Investmentformen. Um eine Größenordnung zu dokumentieren folgte ein anschauliches Beispiel: In Österreich war es im vergangenen Jahr möglich, etwa 3,6 Millionen Euro durch „Crowdfunding“ zu lukrieren. Vor allem der Internet-Vertrieb hat enorm an Bedeutung gewonnen: von über 500 Plattformen weltweit befinden sich derzeit 14 in Österreich, von denen CONDA die größte darstellt.

Beginnend bei den Anfängen des „Crowdfunding“ vor mehr als 10 Jahren, als ein Musiker sein Album mit Hilfe einer Internet-Plattform finanzieren wollte, führte Horak tiefer in die Materie und erzählte von spannenden Projekten der Vergangenheit. So konnte CONDA zum Beispiel für den „Anti-Hangover Drink“ Kaahée eine Million Euro mit rund 1.000 Investoren auftreiben. Die weltweit größte Plattform ist kickstarter.com. Kleiner Fakt am Rande: fast 80% der Crowdfunding-Investoren sind Männer.

Möchte man investieren, so gibt es unterschiedliche Formen. CONDA arbeitet zum Beispiel mit Anteilskapital ohne Stimmrecht (Equity based Crowdfunding). International finden sich jedoch die unterschiedlichsten Modelle basierend auf Zinsen, Spenden, ideelle und materielle Anerkennung. Der Crowdfunding-Experte unterstrich außerdem die enorme Wichtigkeit der Regionalität, da laut Statistiken für viele Investoren die Marktkenntnisse für den Erfolg unabdingbar sind.

Seit September 2015 gibt es ein neues „Crowdfunding“ Gesetz mit mehreren Richtlinien, das Alternativfinanzierungsgesetz AltFG. Zum Beispiel müssen die Plattformen nun genehmigt und in verschiedene Kategorien unterteilt werden. Darüber hinaus ist das Investitionslimit auf 5.000 Euro pro Person, pro Firma und pro Jahr, beschränkt. Die Frage, ob die Investition als Risikoentschädigung in Zukunft steuerlich absetzbar sein wird, befindet sich noch im Verhandlungsstatus.

Horak über sein Unternehmen: „Von den durch „Crowdfunding“ eingebrachten Mitteln bekommt CONDA zwischen 7.5-9.5% Provision. Es hat sich jedoch auch gezeigt, dass die Firmen von erhöhten Verkaufszahlen profitieren, sobald sie auf der Plattform erscheinen.“

 Am Schluss fasste Referent Horak nochmals die Basis für erfolgreiches „Crowdfunding“ zusammen: „Es ist Voraussetzung, einen klaren Wirtschaftsplan zu haben, seine Zielgruppe zu kennen, gut vorbereitet auf alle Individualitäten zu sein, eine erfolgreiche Werbe-Kampagne und natürlich auch die notwendigen Ressourcen zu haben.“

 

Der Spitzensport und das liebe Geld

ÖOC-Präsident Dr. Karl Stoss sprach an der FH Wiener Neustadt über das Thema „Sport und Kommerz – Was blieb vom olympischen Gedanken?“

Open Lecture, 25.02.2015
Dr. Karl Stoss, ÖOC-Präsident

„Der Sport sollte vom Kommerz eigentlich nichts merken!“ Ein Idealbild, das aber leider nicht möglich ist, da „ohne Geld gar nichts geht – auch nicht im Sport“, gestand Dr. Karl Stoss. Er ist Generaldirektor der Casinos Austria AG und seit 2009 Präsident des Österreichischen Olympischen Comités (ÖOC). Er gab in der öffentlichen Vorlesung u.a. Einblicke in die genaue Finanzierung des ÖOC und verriet, dass z.B. die Österreichischen Lotterien 3% der Gewinne, bzw. auf jeden Fall 80 Mio. jährlich an den Sport als Sportförderung abgeben. 2014 finanzierte sich der ÖOC zu 29% aus der Bundessportförderung und zu 12 % aus den Beiträgen der Lotterie. Ganze 45% kamen von anderen nationalen Partnern. Auf jeden Fall muss sich die Sportförderung laut Stoss noch mehr der Wirtschaft bedienen.

Ein wichtiges Thema ist für ihn auch die soziale Absicherung von Spitzensportlern, die normalerweise keiner anderen Vollbeschäftigung nachgehen können. Dazu gehören auch flexible Ausbildungs-Angebote wie an der FH Wiener Neustadt, mit denen sich der Spitzensport vereinbaren lässt.

Auch zum Thema Olympische Spiele in Österreich sprach Stoss in der Open Lecture am Campus Wiener Neustadt: „Die Kosten der Bewerbung für die Austragung von olympischen Spielen ist bereits enorm - Tendenz steigend. Aber Gott sei Dank sind mittlerweile länderübergreifende Bewerbungen möglich.“ Wobei allerdings im Sommer Österreich sowieso die Infrastruktur fehlt – da hat Österreich die letzten Jahrzehnte verschlafen – es gibt keine adäquaten Schwimm- oder Leichtathletikstadien. Für kleine Nationen lohnen sich solche Bauten auch nicht, da Sportstadien kaum gefüllt werden können. Bei Winterspielen wiederum ist eine Bewerbung sinnvoll, da hier die  Grundvoraussetzungen in Österreich passen. Und auch eine Bewerbung für die olympischen Jugendspiele macht für den ÖOC-Präsidenten  Sinn.


Fachhochschule Wiener Neustadt für Wirtschaft und Technik GmbH

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