Open Lecture 2017

Open Lecture 2017

Das Thema der diesjährigen Open Lecture des Studienganges Logopädie lautete:



Der alternde Mensch

Ein logopädisches Handlungsfeld im multiprofessionellen Kontext

Logopädische Kompetenzen wachsen und verändern sich mit den demographischen Veränderungen in der Gesellschaft. In der diesjährigen Open Lecture möchten wir Schwerpunkte in der gerontologopädischen Therapie definieren, Herausforderungen thematisieren und multiprofessionelle Ansatzweisen diskutieren.

Datum der Veranstaltung: 23.06.2017 I ab 09:00

Ort der Veranstaltung: Audimax I  FH Wiener Neustadt


Wir danken allen TeilnehmerInnen für den fachlichen Austausch und hoffen Sie auch nächstes Jahr bei unserer Open Lecture wieder  begrüßen zu dürfen.


Für Fragen & Anliegen stehen wir Ihnen zu Verfügung

In Vertretung des Studienganges Logopädie

Simon Sollereder, MSc
Wissenschaftliche Mitarbeiter
T: +43 (0) 2622 / 89 084  - 554


Rückblick auf die Vorträge 2017:


 

Prof.in  Dr.in  Katharina Pils

„Pre-Frailty - eine Herausforderung für das multiprofessionelle Team"

Seit Linda Fried eine relativ simple Klassifizierung von Frailty publiziert hat steigt die Awareness für das komplexe Erscheinungsbild der Gebrechlichkeit oder Fragilität im Alter. Scheinbar einfache Parameter wie Verlangsamung der Gehgeschwindigkeit, geringeres Aktivitätsniveau, allgemeine Erschöpfung, Mangelernährung, unbeabsichtigte Gewichtsabnahme unterstützen die Diagnose Frailty. Mit höherem Lebensalter steigt die Prävalenz von Frailty. Sie geht mit einem erhöhtem Betreuungsbedarf, einem gesteigerten Risiko für Pflegeheimeinweisung und Mortalität einher.Daher ist es wichtig das Risiko früh zu erkennen und entsprechende Interventionen zu setzen.

Der Verlauf „robust - pre frail –frail“ ist bei ersten Zeichen von „Pre-Frailty“ durch umfassende rehabilitative Maßnahmen zu unterbrechen. Auf Grund der Komplexität des Erscheinungsbildes und der Vermischen von Organ- und Funktionsdiagnosen muss das Geriatrische Basisassessment zur Orientierung eingesetzt werden. Im  Sinne der ICF spielen auch biographische Aspekte und das soziale Umfeld eine wichtige Rolle.

Gemeinsam mit den PatientInnen und ihren Angehörigen sollen die individuellen Risikofaktoren, Defizite aber auch die Ressourcen erfasst und ein multiprofessionelles Behandlungskonzept  - Prähabilitation - erarbeitet werden. Die Schlüsselfaktoren werden im Vortrag dargestellt.



 

Prof. Dr. Jürgen Steiner 

"Im Gespräch bleiben trotz Demenz - Welches Angebot hält die Logopädie bereit?"

Im Themenkreis Demenz sind alle, d.h. Betroffene, Angehörige und professionell Helfende, mit einer erschwerten Kommunikation konfrontiert. Logopädinnen und Logopäden sind hier als Experten für Beratung, Coaching und Empowerment gefragt. Zwei Befragungen von praktisch tätigen Logopädinnen und Logopäden (Steiner & Venetz 2011 für CH 2011, N=36 und Langner, Polzin & Petry für D 2013, N=557) machen deutlich: Die Logopädie nimmt diese Zuständigkeit an, beklagt aber gleichzeitig einen Mangel an Konzeptionen. Der Vortrag folgt folgenden Kernaussagen:

1) Demenz heisst Verlust, Empowern und Entängstigen sind das Gegenmittel

2) Das Angebot der Logopädie für die Demenz ist Kompetenzerleben durch niveaugerechtes Lesen und Schreiben und durch Wahrung der Ebenbürtigkeit in Dialogen

3) Die Praxis hat begonnen

So jedenfalls sieht es Jürgen Steiner, Professor an der Interkantonalen Hochschule für Heilpädagogik Zürich. Er geht davon aus, dass die Beteiligten genügend Ressourcen mitbringen, die es zu stärken gilt, um so einem Nihilismus entgegenzuwirken. Eine ressourcenorientierte Logopädie konzentriert sich auf die Aufrechterhaltung der Sprachlichkeit im Alltag.


Michaela Trapl, MSc

„Die oropharyngeale Dysphagie als geriatrisches Syndrom“ oder „Von der Presbyphagie zur oropharyngealen Dysphagie“

Nach einem Bericht der WHO 2015 wird die Anzahl der älteren Menschen in den nächsten Jahren kontinuierlich ansteigen. Derzeit sind in Österreich ca. 20 - 24% der Bevölkerung über 60 Jahre alt, im Jahr 2050 rechnet man mit einem Zuwachs von mehr als 10%. Mit zunehmendem Alter verändern sich Struktur und Funktionen des menschlichen Organismus. Zudem zeigt sich ein verändertes Krankheitsspektrum und das Vorliegen einer Vielzahl gleichzeitiger Erkrankungen. In Krankenhäusern und Pflegeheimen muss man sich vermehrt auf dieses Patientenklientel einstellen und geriatriespezifische Behandlungsinterventionen setzen. Alterstypische, physiologische Veränderungen,  können sich auch auf den Schluckakt auswirken und Probleme bei der Nahrungsaufnahme durch Symptome wie exzessives Husten, Aspiration, Residuen, repetitives Schlucken ect. verursachen.  Die oropharyngeale Dysphagie (OD) wird daher als geriatrisches Syndrom beschrieben und grenzt sich von den Fütterstörungen und dem globus pharyngis ab. (White Paper der ESSD, Baijens et al. 2016) 

Ein wesentliches Ziel ist es, die alterstypischen Veränderungen des Schluckaktes rechtzeitig zu erkennen und zu evaluieren, um weitere diagnostische und therapeutische Maßnahmen einzuleiten und Komplikationen wie Pneumonien, Mangelernährung und Gewichtsabnahme entgegen zu wirken.


Den Ablauf der Open Lecture 2017 finden Sie hier.



Fachhochschule Wiener Neustadt für Wirtschaft und Technik GmbH

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