Open Lecture 2019

 Open Lecture 2019 

Das Thema der Open Lecture lautete:

Mund zu? Der ganzheitliche Blick auf das orofaziale System

Funktionelle wie auch organische Ursachen, die zu orofazialen Dysfunktionen im Kindes- und Erwachsenenalter führen können, stehen im Mittelpunkt unserer diesjährigen Open Lecture. Schwerpunkte der orofazialen Diagnostik sollen definiert, Herausforderungen thematisiert und interdisziplinäre Ansatzweisen diskutiert werden. 

Datum der Veranstaltung: 06.06.2019 I 15:00 - 19:00

Ort der Veranstaltung: Audimax I  FH Wiener Neustadt I Johannes-Gutenberg-Straße 3, 2700 Wiener Neustadt



Vorträge 2019:  

 

Dr. h.c. Susanne Codoni

Dipl. Logopädin EDK, MAS CFKSc, Mitglied der Studienleitung MCFKSc Universität Basel & Senior Consultant Klinik für Mund-, Kiefer- & Gesichtschirurgie Universitätsspital Basel

Wechselwirkungen zwischen orofazialem und muskuloskelettalem System und deren Auswirkungen auf das Sprechen."

Abstract

Orofaziale Fehlfunktionen beeinflussen Sprechen, Atmung, Schlucken, Körperhaltung und den Zahnhalteapparat. Das orofaziale System ist anatomisch und neurophysio-logisch intensiv und hochkomplex vernetzt, steht in permantener Wechselwirkung mit anderen Körpersystemen und lässt die Vielschichtigkeit vielfach nur erahnen. Als sensomotorische Einheit steht es in ständiger Wechselwirkung mit einer Vielzahl von anderen Körperpartien. 

Eine unphysiologische Körperhaltung kann die Leistungen des Mundbereiches empfindlich stören. Es zeigen sich multikausale Wechselwirkungen. Hervorzuheben ist die enge Verbindung zwischen Atem-/ Schluck-/ Sprechfunktionen, Rumpfhaltung und Zungenfunktion. Der logopädische Alltag zeigt, dass monokausale und lokal einsetzende Therapie zu wenig befriedigenden Resultaten führt. Damit stabile Ergebnisse bei diesem Störungsbild erreicht werden, ist ein interdisziplinärer, systemischer Zugang in Diagnostik und Therapie Voraussetzung.  
Logopädische Störungsbilder mit Beteiligung des orofazialen Systems treten altersunab-hängig auf und erweisen sich als große Herausforderung für alle in die Betreuung  involvierten ÄrtzInnen und TherapeutInnen.


 

DDr. Silvia M. Silli

Kieferorthopädin, Mitglied im European Board of Orthodontists & Präsidentin des Verbandes Österreichischer Kieferorthopäden

Differenzialdiagnostische Betrachtungen zur offenen Mundhaltung aus kieferorthopädischer Sicht."

Abstract

Der Verband Österreichischer Kieferorthopäden empfiehlt spätestens im Alter von 4 Jahren zusätzlich zur zahnärztlichen (Karies-)-Kontrolle auch eine erste Untersuchung bei einer Kieferorthopädin oder einem Kieferorthopäden. Denn Kieferwachstumsstörungen im Milchgebiss (Kreuz- und Zwangsbisse) können unbehandelt zu asymmetrischem Kieferwachstum, Gesichtsasymmetrien und zur Fixierung von Zahnfehlstellungen führen.

Im Sinne der Prävention von Fehlentwicklungen dienen frühe kieferorthopädische Kontrollen jedoch auch zum Erkennen oraler Habits und/oder funktionellen Störungen. Besonders wichtig ist hierbei die Bewusstmachung und Aufklärung von Eltern und Kindern hinsichtlich der Folgen einer offenen Mundhaltung (OMH) mit Mundatmung. Kleinkinder sind häufig erkältet und verschnupft, daher messen Eltern einer offenen Mundhaltung meist keine große Bedeutung zu. Neben Haus- und KinderärztInnen, HNO-SpezialistInnen und LogopädInnen gehört es vorwiegend auch zu den Aufgaben der Kieferorthopädin/des Kieferorthopäden, mögliche Ursachen einer OMH zu erkennen und eine zielführende (interdisziplinäre) Therapie einzuleiten. Eltern und Kinder sind über die Folgen einer OMH im Hinblick auf mögliche allgemeinmedizinische Probleme aufzuklären, ebenso wie über mögliche Auswirkungen auf die Zahn- und Kieferentwicklung. Exogene Einflüsse sind von endogenen (genetisch oder umweltbedingt) Ursachen differentialdiagnostisch abzugrenzen, um nicht zielführende frustrane Behandlungsversuche zu vermeiden.

Das Erkennen pathologischer Entwicklungen setzt umfassende Kenntnisse der Physiologie des Schädel-, Gesichts- und Kieferwachstums sowie des Zahnwechsels voraus. Die Referentin wird anhand der transversalen, vertikalen und sagittalen Wachstumsstadien sowie anhand klinischer Beispiele die Grenzziehung bzw. Überschneidungen von HNO-ärztlichen, logopädischen und/oder kieferorthopädischen therapeutischen Maßnahmen erläutern.

Ablauf

Den Ablauf der Open Lecture 2019 finden Sie hier

Die Veranstaltung ist kostenlos.

Für die Veranstaltung werden 5 Fortbildungspunkte analog logopädieaustria vergeben.


In Vertretung des Studienganges Logopädie
Katharina Bergner, BSc MA & Simon Sollereder, MSc
Wissenschaftliche MitarbeiterInnen
 
T: +43 (0) 2622 / 89 084  - 554 bzw. - 555
 
 

Fachhochschule Wiener Neustadt für Wirtschaft und Technik GmbH

Infocenter T: +43(0)2622/89 084-0 F: +43(0)2622/89 084-99

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