Cybercrime im KI-Zeitalter: FHWN-Expertin klärt auf


13. Aug. 2026

KI macht Cyberangriffe schneller & leichter zugänglich. FHWN-Expertin Jennifer-Marieclaire Sturlese erklärt Risiken & Herausforderungen.

Laptop mit rotem Warnsymbol als Symbolbild für Cyberangriffe und digitale Bedrohungen.

Für Jennifer-Marieclaire Sturlese, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich Sicherheit an der FH Wiener Neustadt, macht KI Cyberkriminalität deutlich leichter zugänglich. „Früher musste man sich selbst einigermaßen gut auskennen oder jemanden kennen, der dieses Wissen hat. Heute kann KI als beratender Sparringpartner und zunehmend auch als ausführendes Werkzeug eingesetzt werden.“ Gerade bei Heranwachsenden sei daher frühzeitige Aufklärung wichtig.

Auch Phishing lässt sich mithilfe von KI einfacher skalieren: Betrügerische Nachrichten können gezielt erstellt und durch täuschend echte Bilder, Stimmen oder Videos glaubwürdiger gemacht werden. Damit geraten auch Privatpersonen verstärkt ins Visier. „Kleindelikte haben sich zunehmend in die digitale Sphäre verlagert. Eine große Herausforderung ist es daher, Menschen jeden Alters und Bildungsstands für diese Gefahren zu sensibilisieren“, erklärt Sturlese.

Der Mensch bleibt das Einfallstor

Auch die beste Technik bietet keinen vollständigen Schutz, wenn im Alltag Unachtsamkeit, Zeitdruck oder Gewohnheiten Sicherheitslücken begünstigen. Der Mensch bleibt damit eine zentrale Angriffsfläche. Sturlese empfiehlt daher starke Passwörter, Multi-Faktor-Authentifizierung, regelmäßige Updates und einen kritischen Umgang mit E-Mails und Links. Besonders bei KI-generierten Inhalten gilt es, genau hinzusehen.

Ermitteln, wenn KI mitmischt

KI beschleunigt Cyberangriffe und erhöht damit den Zeitdruck bei Ermittlungen. „Wenn ein Cyberangriff gemeldet wird, muss sofort gehandelt werden. Jede Minute kann entscheidend sein“, so Sturlese. Gefragt sind daher Fachkräfte, die Angriffe rasch einschätzen, eindämmen und digitale Beweise sichern können.

Der Lehrgang Cyber Crime Investigation der FH Wiener Neustadt vermittelt dafür das nötige Know-how – vom Erkennen und Bewerten aktueller Bedrohungen bis zum Einsatz von KI bei der Abwehr. „Gerade bei KI muss nachvollziehbar sein, warum ein System zu einer bestimmten Einschätzung kommt. Der Mensch muss letztlich die Kontrolle behalten“, betont Sturlese abschließend.

Die vollständige Presseaussendung gibt es hier nachzulesen.

Jennifer-Marieclaire Sturlese von der FH Wiener Neustadt im Porträt.
Jennifer-Marieclaire Sturlese, MSc | © FHWN


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