Kaum sichtbar, digital vernetzt: FHWN-Experten über Smart-Brillen
FHWN-Experten erklären, welche Chancen Smart-Brillen bieten und warum ihre unauffällige Technik neue Fragen zur Privatsphäre aufwirft.
Smart-Brillen vereinen Kamera, Mikrofon und Sprachsteuerung, teils auch ein Display. Anders als Smartphones werden sie direkt im Gesicht getragen und sind für andere oft kaum als technisches Gerät oder gar als Kamera erkennbar.
„Wenn jemand mit einem Smartphone ein Foto oder Video aufnimmt, ist das meist gut zu erkennen. Bei Smart-Brillen ist oft gar nicht offensichtlich, dass es sich um ein Aufnahmegerät handelt“, sagt Philipp Kolmann, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Informatik der FH Wiener Neustadt.
KI erweitert den Blick der Brille
In Verbindung mit KI gewinnt die Unauffälligkeit von Smart-Brillen zusätzlich an Bedeutung. Bild- und Tondaten können etwa über ein gekoppeltes Smartphone an Cloud-Dienste übertragen und dort verarbeitet werden. So lassen sich beispielsweise Sprache, Gesichter, Objekte oder Situationen erkennen und einordnen.
Philipp Rameder, ebenfalls wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Informatik erklärt: „Für Außenstehende ist nicht nur schwer erkennbar, ob gerade aufgenommen wird. Auch wo die Daten verarbeitet werden, was damit geschieht und wer darüber die Kontrolle hat, ist oft kaum nachvollziehbar – mitunter selbst für die Nutzerinnen und Nutzer der Brille.“
Smart-Brillen als Helfer im Berufsalltag
Aber auch das Potenzial der Technologie rückt stärker in den Fokus. In Industrie und Wartung können Smart-Brillen Informationen einblenden oder Kamerabilder zur Analyse übermitteln. Auch in der Pflege ermöglichen sie Unterstützung aus der Ferne – ein Einsatzgebiet, das die FH Wiener Neustadt bereits im europäischen Forschungsprojekt Care about Care erprobt hat.
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